Die Gemeinde

In unserer Gemeinde

haben sich evangelische Christen verschiedener Nationalität, Sprache und Konfession zusammengefunden, damit unter ihnen und durch sie das Evangelium von Jesus Christus verkündigt wird, … so heißt es in unserem Gründungsstatut. Wir nennen uns deshalb auch ökumenisch, und wir achten die Verschiedenheit der Herkunft und der Konfession unserer Gemeindemitglieder. In einem Miteinander der Verschiedenheit erreichen wir Gemeinsamkeit und Verständnis für den anderen, ohne eine Gleichmacherei anzustreben.

Wir bestehen seit den frühen sechziger Jahren,

wohin die ersten Anfänge zurückreichen. Die Initiative zur Schaffung der Gemeinde ging von deutschen, niederländischen und französischen Angehörigen des Forschungszentrums Ispra der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Schule Varese aus, die Gottesdienste, Religionsunterricht und kirchliche Veranstaltungen in ihrer eigenen Sprache und ein Gemeindeleben im protestantischen Glauben wollten.
Schon 1960 fanden Gottesdienste mit Pfarrern aus Deutschland und den Niederlanden in Privatwohnungen und in freundlicherweise zur Verfügung gestellten Kirchen der Baptisten in Varese und Caravate statt. Dank erheblicher finanzieller Zuwendungen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland konnte das Grundstück für unsere Kirche in Caldana erworben werden und zuerst im Jahr 1966 die Kirche und dann 1973 das Pfarrhaus, Wohnung des deutschen Pfarrers, gebaut werden.

Unsere Pfarrer

In Zeiten guter wirtschaftlicher Entwicklung hatten wir bis zu zwei Pfarrer aus Deutschland und den Niederlanden zu gleicher Zeit. Ab Oktober 2017 wird Pfarrerin Dr. Jutta Sperber die Vakanzvertretung übernehmen und ist ein Jahr lang für die Arbeit in unserer Gemeinde und den Religionsunterricht in der Europaschule Varese zuständig.

Der Kirchengemeinderat

unserer Gemeinde hat eine Doppelfunktion. Er führt einerseits die Geschäfte unserer Gemeinde, die bereits seit Ende 1995 vom italienischen Staat als kirchliche Institution („ente ecclesiastico“) anerkannt ist, und entscheidet über die Verwendung der uns über die ELKI zufließenden Mittel aus dem italienischen Kirchensteueraufkommen („otto per mille“). Andererseits obliegen demselben Gremium auch die Aufgaben der Kirchenältesten nach der Bibel.

Die Finanzierung

unserer Gemeinde erfolgt aus den Beiträgen der Mitglieder und Spenden von Freunden unserer Gemeinde und durch Einnahmen aus dem vom Pfarrer gegebenen Religionsunterricht an der Europa-Schule Varese. Seit unserem Beitritt zur ELKI stehen uns auch finanzielle Mittel aus dem italienischen Kirchensteueraufkommen („otto per mille“) für Projekte zur Sozialen Arbeit, zur Evangelisation, zur Mission und für Musik und Kultur zur Verfügung.

Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien

Mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI), waren wir seit unserem Bestehen freundschaftlich verbunden und beteiligten uns an Pfarrkonventen und den Synoden der ELKI. Auf der Synode Ende April 1999, die auch das 50-jährige Bestehen der ELKI feierte, wurden wir auf unseren Antrag einstimmig als 12. Gemeinde in den Bund der ELKI aufgenommen.

Kontakte zu anderen Kirchen und Gemeinden

sind uns wichtig. In der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ im Januar ist unsere Gemeinde ein geschätzter Partner im katholischen/orthodoxen Umfeld in der Provinz Varese. Der „Weltgebetstag“ am ersten Freitag im März (ausgerichtet von den Frauen) ist seit Mitte der 80-er Jahre fester Bestandteil und eine der von Italienern sehr gut besuchten Veranstaltungen im Rahmen unserer ökumenischen Aktivitäten. Im regionalen Umfeld unserer Gemeinde gibt es darüber hinaus gemeinsame Gottesdienste, kirchliche und musikalische Veranstaltungen, zusammen mit italienischen und deutschen Katholiken, dazu diakonische Unterstützung nach innen und außen.

Bei der „Federazione delle Chiese Evangeliche in Italia“ (FCEI),

dem Dachverband der protestantischen Kirchen in Italien, waren wir Gründungsmitglied und hatten als eigenständige Gemeinde Sitz und Stimme. Seit unserem Eintritt in die ELKI werden wir über diese weiter mit Delegierten vertreten sein.

Mitglied der Gemeinde

kann jeder werden, der getauft und religionsmündig, d.h. über vierzehn Jahre alt ist. Die Zahlung eines Mitgliedsbeitrages ist zwar freiwillig, wird aber von denjenigen, die ein Einkommen haben, erwartet. Willkommen sind Sie auch als Nichtmitglied, denn wir haben Verständnis, dass Sie sich erst einmal umsehen und unverbindlich bei uns hereinschauen wollen.

Gottesdienste in unserer Kirche finden in der Regel jeweils um 10.30 Uhr statt.