Andacht 03/2018

Liebe Gemeinde,

gerade sind wir in die Passionszeit gestartet, aber unser Blick geht in diesem Gemeindebrief bis Pfingsten mit der Konfirmation einer kleinen, aber sehr aktiven Konfirmandengruppe. Welches biblische Wort kann so unterschiedliche Erfahrungen abdecken? Mir kommt ein Wort aus dem Predigttext in den Sinn, der dieses Jahr zum Aschermittwoch hingeleitet hat, Amos 5,24:

“Und es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.”

Davor steht eine der schärfsten Kritiken am “Religionsbetrieb”, die es nicht nur in der Bibel, sondern die es überhaupt gibt. Und es spricht kein moderner Atheist oder jugendlicher Religionskritiker, sondern Gott selbst. (Nachlesen lohnt.)
Summa summarum: Gott will nicht einfach unsere religiösen Handlungen, sondern Gott möchte sie in Verbindung mit Gerechtigkeit und dem Befolgen seiner Weisung. Wenn wir als Kirche, als Gemeinde, als Einzelne das nicht machen, dann haben wir ein echtes Problem mit Gott und den Menschen, nämlich ein Glaubwürdigkeitsproblem. Theologische Diskussionen sind häufig ziemlich intellektuell. Zur Sache geht es erfahrungsgemäß, wenn sie mit Fragen der Gerechtigkeit verbunden sind: Warum lässt Gott das zu? Oder häufig eher: Warum lässt sein Bodenpersonal das zu? Ist richtig nicht was sie sagen, sondern was sie tun? Wer sich anstrengen soll, der braucht das Gefühl, dass er auch gerecht behandelt wird. Es sieht so aus, als wüsste Gott das schon sehr lange und würde uns ab und zu daran erinnern.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Passions- und Osterzeit

Ihre Jutta Sperber