Andacht 12/2017

Liebe Gemeinde,

alle Jahre wieder kommt das Christuskind – und es wird nach Advent mit Adventsmarkt Weihnachten. Doch zu Beginn des neuen Jahres steht etwas an, was deutlich seltener vorkommt: Ein neuer Pfarrer/Pfarrerin/Pfarrersehepaar soll gewählt werden. Da das große Jubiläumsjahr der Reformation noch nicht vorüber ist, hier ein paar Gedanken aus Luthers Tischreden wie ein Prediger sein soll, der der Welt gut gefällt. Luther meint dazu:

Sechs Stücke gehören zu einem Prediger, wie ihn die Welt jetzt haben will:
1. dass er gelehrt sei;
2. dass er eine gute Aussprache habe;
3. dass er beredt sei;
4. dass er ein schöner Mensch sei, den die Mägdlein und Fräulein liebhaben können;
5. dass er kein Geld nehme, sondern Geld einbringe;
6. dass er redet, was man gerne hört.

Punkt vier müsste man heutzutage natürlich gendern und Fräulein oder gar Mägdlein gibt es schon länger nicht mehr. Aber ansonsten: Was ist leichter zu merken? Die feine Ironie in dieser Aufzählung oder die Tatsache, dass sie fast 500 Jahre alt ist? Als ich sie herausgesucht habe, bin ich fast erschrocken, wie sehr diese Kriterien auch noch die unseren sind. Jedenfalls nach meiner Erfahrung, wenn es darum geht, nach welchen ausgesprochenen und unausgesprochenen Maßstäben über Kolleginnen und Kollegen, aber auch über einen selbst geurteilt wird. Ich würde höchstens die Reihenfolge etwas abändern…

In diesem Sinne möchte ich Ihnen erst eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und dann eine gute Wahl wünschen.

Ihre Jutta Sperber

 


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