Andacht 11/2016

Mehr als bestellt …

Kaum halten die Kinder bei der ersten Krippenspielprobe den Text in den Händen, ruft mir ein Achtjähriger entgegen: Ich will die Rolle eines Jugendlichen spielen. Die alltagsnahe Sprache dieser Rolle scheint dem Jungen zu gefallen, aber wahrscheinlich auch, dass die Jugendlichen im Krippenspiel, wenn sie über Weihnachten sprechen, vor allem ihre Bestelllisten diskutieren.

Liegt darin vielleicht unsere Mühe, die wir trotz Keksen und Glühwein mit Weihnachten haben? Dass wir nur noch das erwarten, was wir bestellt haben? Sind wir denn zu Weihnachten zufrieden, wenn wir bekommen haben, was wir uns gewünscht haben? Weihnachten auf Bestellung eben. Dabei könnten doch gerade die Wochen im Advent eine Zeit sein, in der wir unsere Sehnsucht, die sich nicht mit Amazonlieferungen stillen lässt, nachgehen und nach Wegen suchen, ihr ein Stück näher zu kommen.

Einem Freund eine Packung Pasta schenken und darauf schreiben: Mit dir Zeit haben beim Kochen und Essen. Dem Partner eine warme Decke schenken und auf die beiliegende Karte schreiben: Mit dir unter sternklarem Himmel träumen. Dem Kind ein leeres Buch und darin steht auf der ersten Seite: Unsere Geschichte…

Die Adventszeit ist viel zu schade, um zu lange nach fertigen Dingen zu suchen, die andere nicht brauchen. Nutzen wir die Zeit lieber, um nach dem zu fragen, was uns unserer Sehnsucht nach Verbundenheit näher bringt.

So wünsche ich Euch und Ihnen eine gesegnete Adventszeit und eine erfüllte Weihnacht!

Euer Uwe Habenicht