Andacht 06/2018

Liebe Gemeinde,

können Sie mit dem 24. Juni als Festtag noch etwas anfangen? Nein, Mittsommer ist es nicht, aber es ist genau ein halbes Jahr vor Heiligabend. Traditionell ist es der Tag Johannes des Täufers, das Johannisfest. Nach Johannes dem Täufer ist unsere Kirche benannt und in diesem Jahr können wir unser Gemeindefest auch tatsächlich am Johannistag feiern, denn er fällt auf einen Sonntag. Das finde ich gut, denn Johannes der Täufer ist inzwischen eindeutig unterrepräsentiert. Er kommt vielleicht noch im Advent vor, aber schon unsere evangelischen Schulbücher für die Grundschule scheinen ihn und sein Fest nicht mehr zu kennen.

Johannes, übrigens ein Verwandter Jesu, gilt als dessen von Gott gesandter Wegbereiter. Viele Dinge im Leben brauchen ihre Vorbereitung. Im Alltag kennen wir das: Jedes Fest braucht Vorbereitung. Von größeren Veränderungen im Leben mal ganz abgesehen. Man muss sich erst einmal klar werden, was Stand der Dinge ist und was gemacht werden muss. Und dann muss man in die Hände spucken und die Sache angehen. Großputz und Aufräumen sind normaler Bestandteil. Sie sind nicht beliebt, aber es geht auch nicht ohne. Und Johannes der Täufer steht für den geistlichen Großputz in unserem Leben. Im Advent haben wir dafür in der Praxis kaum Zeit, da müssen wir zuviel für Weihnachten vorbereiten. Aber jetzt, so kurz vor der Sommerpause, ist es eigentlich ideal. Wir ziehen die Bilanz des letzten Jahres in der Gemeinde – wie sieht es mit der Bilanz dieses letzten Jahres bei uns aus, ganz persönlich oder auch als Familie? Was ist gut gelaufen? Wo hat es geholpert, was sollte ich, was sollten wir besser machen? Ist vielleicht sogar eine Entschuldigung, eine Bitte um Verzeihung nötig? Viele sagen, sie müssten mal ihren Haushalt entmisten. Gut so, aber vergessen wir darüber den Rest unseres Lebens nicht. Johannes der Täufer kann der Anstoß dazu sein.

 

Ihre Jutta Sperber