Andacht 05/2018

Liebe Gemeinde,

die Osterzeit, die kirchlich vom Ostersonntag bis zum Himmelfahrtstag dauert, ist eine Zeit, in der die Lämmer Hochkonjunktur haben. In vielen Familien wird traditionell zu Ostern Lamm gegessen, von Deutschland kennen wir statt der Colomba auch das Osterlamm. Es hat eine Siegesfahne, genau wie das Lamm auf unserer neuen Osterkerze in der Kirche.

Aber auch nach Ostern bleibt das Lamm Thema. Zu den Sonntagen nach der Osterzeit gehört auch der Sonntag vom guten Hirten. Hirten und Schafe sind überhaupt ein großes Thema in der Bibel. Wer kennt nicht den 23. Psalm: “Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.” Wir Menschen wechseln dabei oft vom Schaf zum Hirten und umgekehrt, je nachdem, welche Rolle und Aufgabe wir gerade haben. Die meisten lassen sich ungern als Schafe bezeichnen. Schafe sind schießlich dumm, oder? Das hätte ich auch gesagt – bis mein jüngster Bruder selber eine Schafherde übernommen hat. Die “dummen” Schafe erkannten ihn tatsächlich innerhalb kürzester Zeit an der Stimme und kamen angerannt. Sie wussten schließlich: Jetzt gibt es Futter. Dass er oft noch zusätzlich einen Apfel in der Hosentasche hatte, das hatten sie auch schnell heraus. Die Vorwitzigsten haben ihn dann gleich geklaut. Vor Fremden, vor allem, wenn die laut und hektisch waren, sind sie dagegen davongelaufen. Und: Ihren eigenen Kopf haben sie behalten. Das Gras war grundsätzlich an den unmöglichsten Stellen immer grüner. Es gibt ja schließlich den Hirten, der einen am Abend wieder aus den Dornen holt. Kann durchaus sein, dass der als Dank dafür dann die Hörner vom Bock im Kreuz hat. Ähnlichkeiten mit Menschen sind natürlich rein zufällig. Oder vielleicht doch nicht??

Ihre Jutta Sperber