Andacht 07/2016

Von der Leichtigkeit des Sommers

Die letzten Wochen vor der Sommerpause sind randvoll wie jedes Jahr. Mit allen möchte man sich vorher nochmals treffen. Alles soll bis zum Ferienbeginn abgeschlossen und fertig werden, als gäbe es danach keine Möglichkeit mehr, Angefangenes weiterzuführen. Und so laufen und eilen wir in diesen Tagen noch etwas schneller als sonst durch die Stunden der Tage und die Minuten der Nächte. Und mitten in dieser Eile bleibe ich plötzlich stehen und lausche. Vögelgezwitscher umgibt mich. Welch ein Gesang! So vielfältig und variantenreich wie eine ganze Symphonie. Wie kommt es, dass ich das sonst nie wahrnehme und höre? Bin ich denn taub – und blind? Über mir fliegt eine Amsel und setzt sich auf einen dünnen Ast, der daraufhin leicht wippt und schwingt.

„Seht die Vögel unter dem Himmel, sie sähen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“ (Mt 6, 26) Liegt darin vielleicht die Leichtigkeit des Sommers, die mir in diesen Wochen so sehr fehlt. Dass ich auf Erholung und Ferien zielgerichtet hinarbeite und dabei vergesse, dass mein Leben im Hier und Jetzt schon leicht und schön sein könnte – wenn ich denn Augen und Ohren öffnen würde. Diese Leichtigkeit könnte in solchen Augenblicken liegen, in denen ich meine Geschwindigkeit drossele, ruhig werde und beginne zu staunen: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel; Du hast sie alle weise geordnet.“ (Psalm 104, 24)

Erholung und Leichtigkeit beginnen nicht erst im Urlaub, sie heben an im Staunen und Loben Gottes.

So wünsche ich Ihnen und Euch einen gesegneten Sommer!

Ihr Uwe Habenicht